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projekt:python_projekt_ds18b20_digitaler_temperatursensor

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projekt:python_projekt_ds18b20_digitaler_temperatursensor [2026/02/20 15:02] – [Test] torsten.roehlprojekt:python_projekt_ds18b20_digitaler_temperatursensor [2026/02/23 12:09] (aktuell) – [Ausführen des Programms] torsten.roehl
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 [[python| ☚ zurück]] [[python| ☚ zurück]]
  
-FIXME  BEITRAG IN ENTSTEHUNG+ 
 +//In diesem Projekt wird ein digitaler Temperaturfühler vom Typ DS18B20 am Raspberry Pi per 1-Wire-Schnittstelle betrieben. Nach Aktivierung der 1-Wire-Schnittstelle liefert der Kernel die Messwerte über das //Sysfs-Interface//. Ein Python-Modul liest diese Werte ein und gibt die aktuelle Temperatur in Grad Celsius auf der Kommandozeile aus. 
 +// 
 + 
  
 ====== Überblick ====== ====== Überblick ======
Zeile 21: Zeile 25:
 ===== Voraussetzungen ===== ===== Voraussetzungen =====
  
-|{{ :raspberry_pi:wire-1.png?600 |}}| +|{{ :raspberry_pi:wire-1.png?550 |}}| 
-|<WRAP> In ''raspi-config'' wird die 1-Wire Schnittstelle aktiviert. Danach ist das Verzeichnis ''/sys/bus/w1/devices'' vorhanden. Hier erscheint dann der Sensor, falls er korrekt angeschlossen wurde.</WRAP>|+|<WRAP> In ''raspi-config'' wird die 1-Wire-Schnittstelle aktiviert. Danach ist das Verzeichnis ''/sys/bus/w1/devices'' vorhanden. Hier erscheint dann der Sensor, falls er korrekt angeschlossen wurde.</WRAP>|
  
 ===== Hardware ansteuern  ===== ===== Hardware ansteuern  =====
 +
 +Der DS18B20 kommuniziert über die 1-Wire-Schnittstelle. Dabei erfolgt die gesamte Datenübertragung seriell über die DATA-Leitung (**GPIO4**) mit einem Pull-Up-Widerstand gegen <color #ed1c24>3.3 V</color>.
 +
 +|{{ :raspberry_pi:ds18b20.png?350 |}}|
 +| Für Einsteiger sind die //etwas teureren Fertigmodule// sinnvoller, da die benötigten Zusatzbauteile (hier insbesondere der 4,7 kΩ Pull-Up-Widerstand) bereits integriert sind. Dadurch kann der **DS18B20** mit nur drei Leitungen **(VCC, GND, DATA)** direkt angeschlossen und getestet werden.|
 +
  
 Verdrahtung: Verdrahtung:
-  * GND → Raspberry Pi GND +  
-  <color #ffc90e>DATA → GPIO4 (Pin 7)</color> +^ Modul ^ Raspberry Pi GPIO ^ 
-  * <color #ed1c24>VCC → 3.3 V (Pin 1)</color>+| GND   | beliebigen GND  
 +<color #ffc90e>DATA</color>    | **GPIO4** (Pin 7) 
 +| <color #ed1c24>VCC </color> | **<color #ed1c24>3.3 V </color>**  |    
 + 
 + 
 + 
 + 
 +<note tip>**Wichtig** 
 + 
 +Es kann nicht jeder beliebige GPIO-Pin verwendet werden. Standardmäßig ist dafür GPIO4 vorgesehen. Andere Pins müssen explizit über das Device-Tree-Overlay konfiguriert werden; dies wird hier nicht behandelt. 
 +</note> 
 + 
 +Beim DS18B20 gilt: 
 +  * Auflösung: 0,0625 °C  (12 Bit) 
 +  * Genauigkeit: ±0,5 °C 
 +  * Messbereich −55 °C bis +125 °C 
 +==== Messprinzip ==== 
 + 
 +<note>Das Messprinzip ist unter Linux sehr einfach. 
 + 
 +**Ein Programm muss lediglich die Datei ''w1_slave'' auslesen.** 
 +</note> 
 + 
 +|{{ :raspberry_pi:w1_device.png?600 |}}| 
 +|Mit ''cat w1_slave'' kann die Temperatur ausgelesen werden. Hier entspricht **t=21500** einer Temperatur von **21.500 °C**. | 
 + 
 +++++ Hintergrund | 
 + 
 +Nach Aktivierung von 1-Wire über ''raspi-config'' stellt der Kernel die Temperatur als Datei im ''Sysfs'' bereit, z. B.:  ''/sys/bus/w1/devices/28-000000714b90/w1_slave'' 
 + 
 +Der Name ''28-000000714b90'' ist die eindeutige ''64-Bit-ROM-ID'' des **DS18B20** und ist bei jedem Sensor unterschiedlich (Familiencode 28). 
 + 
 +Die gesamte 1-Wire-Kommunikation übernimmt der Kernel. 
 + 
 +  * Bei jedem Lesezugriff auf diese Datei stößt der Kernel automatisch eine neue Temperaturumwandlung an. 
 +  * In der ersten Zeile signalisiert „YES“, dass die CRC-Prüfung erfolgreich war. 
 +  * In der zweiten Zeile steht der Temperaturwert hinter „t=“ in Milligrad Celsius. 
 +++++
  
-{{ :raspberry_pi:w1_device.png?600 |}} 
-====== Details ====== 
 ===== Software ===== ===== Software =====
 +=== Programmstruktur ===
 +|{{ :raspberry_pi:temperature_test.png?450 |}}|
 +|Im Projektordner „course_temp_reader“ befinden sich im Verzeichnis ''src'', die beiden Dateien „hardware.py“, welche den Sensor anspricht und den Temperaturwert ausliest, sowie das kleine Testprogramm „temp_reader.py“ als Demonstration.|
 +
 ==== Environment aktivieren ==== ==== Environment aktivieren ====
 +
 +
 +<note important>
 +**Aktiviere die Python-Environment**
 +
 +Die Programmierung erfolgt nun immer mit der gewählten Umgebung!
 +<code>
 +source ~/devel/projects/course_env/bin/activate
 +</code>
 +
 +</note>
 ==== DS18B20 API ==== ==== DS18B20 API ====
 +Unsere Beispiel-API ist bewusst einfach gehalten und unterstützt hier nur einen einzelnen Sensor. Bei Bedarf kann die Implementierung problemlos auf mehrere Sensoren erweitert werden; darauf wird in diesem Projekt jedoch verzichtet.
 +
  
 <code python hardware.py > <code python hardware.py >
Zeile 85: Zeile 147:
  
    
-==== Test ====+==== Temperature ====
  
-<code python temperature.py >+<code python temp_reader.py > 
 +#!/usr/bin/env python3
  
 from hardware import get_temperature from hardware import get_temperature
Zeile 101: Zeile 164:
     main()     main()
 </code> </code>
 +
 +==== Ausführen des Programms ====
 +Nach dem Programmstart wird auf der Kommandozeile die Temperatur in Grad Celsius ausgegeben, sofern der Sensor korrekt erkannt wurde und die Messung erfolgreich war.
 +
 +<code bash>
 +cd ~/devel/projects/course_temp_reader/src
 +chmod 755 temp_reader.py
 +./temp_reader.py
 +
 +# Beispielausgabe:
 +Temperatur: 21.25 °C
 +</code>
 +
 +
  
projekt/python_projekt_ds18b20_digitaler_temperatursensor.1771599750.txt.gz · Zuletzt geändert: von torsten.roehl